gruppe 42 - Bremsen   

 

Gut Original oder gut Bremsen?

Zu Beginn der Produktion gab es im Motorraum eine eine manuell betätigte Luftklappe  (über, hinter dem Motor).  Die Luftklappen wurden im September 1963 ersatzlos gestrichen. Interessant ist dieser Hinweis insofern, da in diesem Zusammenhang auch die Umstellung auf das Zweikreisbremssystem erfolgte. Im einzelnen fanden die Änderungen statt nach folgenden Fahrgestellnummern (entnommen 300se.org):

112 014-xx-004648, mit Ausnahme von 004118, 004592, 004599, 004607, 004609, 004612, 004614, 004640.

112 015-1x-004693 (Linkslenkung).

112 015-2x-004723 (Rechtslenker), mit Ausnahme von 004581, 004602, 004617, 004675, 004680, 004684.

112 021-xx-004653, mit Ausnahme von 004155.

112 023-xx-004727, mit Ausnahme von 003962

Mit Vorstellung des neuen Modells war diese mit Scheibenbremsen rundum ausgerüstet. Wenige Monate zuvor (März 1961) waren diese bereits im 300SL eingeführt worden. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Verweis auf die Gleichteile zwischen beiden Modellen. Die Bremsen sind, zumindest bei den frühen Modellen, in der Tat gleich.

Ausweislich der Tabellenbuchs (Ausgabe 1963) haben 300SE und 300SL Bremszangen des Typs Dunlop MK2.  Dem 300SE wird das Bremsgerät ATE T 50/26 zugeschrieben. Bei 300SL wird zwischen 1. Ausführung (ATE T 50/12) und 2. Ausführung (dann ebenfalls ATE T 50/26) unterschieden. Tatsächlich haben die vorderen Bremszangen die Teilenummern 00 421 0298 in beiden Ersatzteillisten. Die hinteren Bremszangen sind jedoch, bedingt durch unterschiedliche Handbremsen, nicht gleich. Auch der Durchmesser der Bremsscheibe ist nicht identisch. Dennoch wird für beide Typen die wirksame Gesamtbremsfläche mit 204,8 cm² angegeben. Hier dürfte wohl ursächlich gewesen sein, dass im SL grössere Räder verbaut wurden und die grösseren Scheiben eine bessere Kühlung versprachen. Innenbelüftete Bremsscheiben waren zu dem Zeitpunkt noch eine Autogeneration entfernt.

Die Dunlop-Bremsen der frühen Modelle sind legendär, aber leider auch legendär schlecht. Heutige Rep.-Sätze zeichnen sich dadurch aus, dass die Bremsen mitunter nach zwei Jahren wieder überholt werden müssen.

Es gibt in den USA Edelstahlkolben, deren Einsatz bei uns aber verboten ist. Ich habe aber nur gutes über diese Möglichkeit gehört.

Bei den späteren Modellen des 300SE wurden die Teves Bremsen (ATE) verbaut.

Möglich und auch H-Kennzeichen tauglich ist der Umbau auf die Bremsen der Baureihe W108/ W109. Dies bedingt die Verwendung anderer Achsschenkel (s.o.), damit die Bremssättel montiert werden können.